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Rohstoffwirtschaft

Henkel bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Rohstoffwirtschaft – insbesondere zum Schutz von natürlichen Ressourcen und Biodiversität. Wir setzen Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur Optimierung von Produkteigenschaften ein, wenn dies unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Auswirkungen sinnvoll ist. In vielen unserer Produkte wie Seifen, Shampoos, Klebestiften oder Tapezierklebstoffen sind Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zentrale Bestandteile der Rezeptur.

Nachwachsende Rohstoffe in unseren Waschmitteln

Nachwachsende Rohstoffe in unseren Waschmitteln

100 Prozent der in Wasch- und Reinigungs­mitteln eingesetzten Tenside sind leicht und schnell biologisch abbaubar.

Bei den Wasch- und Reinigungsmitteln stellen nachwachsende Rohstoffe historisch eine der wichtigsten Rohstoffquellen dar. Seife – von jeher auch als Waschmittel verwendet – wird seit Jahrtausenden aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten hergestellt. Heute bestehen die meisten Wasch- und Reinigungsmittel aus einer Vielzahl von Inhaltsstoffen, jeweils mit speziellen Funktionen.

Die meisten der großvolumigen Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln sind anorganisch und können nicht durch Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ersetzt werden. Eine wichtige Ausnahme bilden Tenside. Sie bestehen aus einem lipophilen – „fettfreundlichen“ – Teil, der aus pflanzlichen oder erdölbasierten Ölen gewonnen wird, und einem hydrophilen – „wasserfreundlichen“ – Teil, der in der Regel erdölbasiert oder anorganisch ist. Tenside, die vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Alkylpolyglucosiden bestehen, sind die Ausnahme.

Um optimale Waschleistungen erzielen zu können, setzen wir eine Mischung verschiedener Tenside ein. Bei mehr als der Hälfte basiert der lipophile Teil auf nachwachsenden Rohstoffen – ein Ergebnis der langjährigen Erfahrungen von Henkel mit Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Öle, wie zum Beispiel dem nur für den industriellen Einsatz nutzbaren Palmkernöl, und Fette. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe liegt insgesamt bei den Tensiden für Wasch- und Reinigungsmittel bei rund 30 Prozent. Die übrigen 70 Prozent teilen sich auf in anorganische und erdölbasierte Bestandteile.

Kosmetikprodukte auf Basis natürlicher und nachwachsender Rohstoffe

Dial

Dial Triple Moisture Body Wash hat eine optimierte Rezeptur: Pflegewirkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe und der Einsatz konzentrierter Tenside – waschaktiver Substanzen – reduzieren den CO2-Fußabdruck.

In der Kosmetik werden naturbasierte Rohstoffe in allen Produktgruppen eingesetzt. Auf den Einsatz einzelner naturbasierter Wirk- und Duftstoffe in unseren Produkten weisen wir hin, wenn diese mit bestimmten Eigenschaften verbunden sind – beispielsweise die pflegende Wirkung von Sheabutter und Joghurt oder die beruhigende Wirkung von Aloe vera.

Darüber hinaus arbeiten wir daran, den Anteil von Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe in unseren Kosmetikprodukten – wo möglich und sinnvoll – zu erhöhen. Werden beispielsweise in einer Rezeptur erdölbasierte Inhaltsstoffe durch stärkebasierte ersetzt, erhöht dies den Anteil der nachwachsenden Rohstoffe und leistet einen Beitrag zur Schonung fossiler Ressourcen. Bei Inhaltsstoffen, die sowohl auf nachwachsenden Rohstoffen als auch auf Erdöl basieren, wird nur der nachwachsende Anteil berücksichtigt. Wenn möglich, berechnen wir den Anteil nachwachsender Rohstoffe, bezogen auf die Trockenmasse unserer Produkte. In manchen Märkten und Produktkategorien umfassen die Kalkulationen allerdings auch das in der Rezeptur enthaltene Wasser. Mittlerweile basieren die Produktformulierungen unserer Seifen, Shampoos und Duschgele zu mehr als zwei Dritteln auf nachwachsenden Rohstoffen. Auch in Stylingprodukten kommen zunehmend Inhaltsstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen zum Einsatz. Zum Beispiel werden die mineralölbasierten Verdickersysteme (Polyacrylate) auf stärke- und cellulosebasierte Rezepturen umgestellt.

Dabei verpflichten wir uns, beim Einkauf von nachwachsenden Rohstoffen auch auf ökologische und soziale Aspekte zu achten. So setzen wir vermehrt Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau in unseren Rezepturen ein.

Natürlich kleben

Pritt

Die Rezeptur des Pritt Stifts haben wir im Jahr 2000 auf eine nachwachsende Rohstoffbasis umgestellt. Sie enthält 90 Prozent nachwachsende Rohstoffe, bezogen auf die Trockenmasse.

Für Klebstoffe für Konsumenten und Handwerker sowie für die Industrie gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen, in denen nachwachsende Rohstoffe wie Stärke, Cellulose, Dextrine und Proteine eingesetzt werden. Beispielsweise verwenden wir nachwachsende Rohstoffe bei Klebestiften, Tapetenkleistern und Verpackungsklebstoffen. Bei Klebstoffen zur Flaschenetikettierung beträgt der Anteil zum Beispiel 45 Prozent.

Palm- und Palmkernöl

Wir sind uns unserer Verantwortung beim Einkauf und Einsatz von Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe bewusst. Deshalb treiben wir gemeinsam mit unseren Partnern eine nachhaltige Palmölwirtschaft entlang der gesamten Lieferkette voran. Wir haben uns dem Ziel der „Null Netto-Entwaldung bis 2020“ verpflichtet. Das bedeutet, dass das von uns genutzte Palm- und Palmkernöl nicht zur Entwaldung von Primäroder Sekundärregenwald mit bedeutendem ökologischem Wert beitragen soll. Dazu gehören auch Torfböden und andere Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt („High Carbon Stocks“). Wir wollen physische Fortschritte in der Lieferkette für Palmund Palmkernöl vorantreiben, um der Entwaldung entgegenzuwirken. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Kauf von „Book & Claim“-Zertifikaten allein nicht ausreichen wird.

Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an einer vollständigen Rückverfolgbarkeit des in den Inhaltsstoffen (beispielsweise Tenside) für unsere Produkte eingesetzten Palm- und Palmkernöls bis zum Jahr 2020. Wir wollen erreichen, dass alle von uns bezogenen Palm- und Palmkernöle einer nachhaltigen Bewirtschaftung entstammen. Zudem ist es unser Ziel, die Verfügbarkeit von nachhaltigem Öl am Markt um die Menge zu erhöhen, die dem Henkel-Bedarf im Jahr 2020 entspricht.

Was wir zur Erreichung dieser Ziele tun:

  1. Umstellung auf Palm- und Palmkernöl nach dem Massenbilanzverfahren: Der weit überwiegende Anteil an Palm- und Palmkernöl in unseren Produkten wird indirekt über die auf diesen Ölen basierenden Inhaltsstoffe verbraucht. Wir arbeiten mit unseren Lieferanten daran, dass im Jahr 2015 mindestens ein Drittel des Öls nach dem Massenbilanzmodell (kontrollierte Mischung von nachhaltigem und herkömmlichem Öl) zertifiziert ist. Darüber hinaus wollen wir bis 2020 unseren Bedarf zu 100 Prozent mit zertifizierten massenbilanzierten Ölen decken. Dieses Engagement tritt an die Stelle unseres bisherigen Anspruchs, bis 2015 alle Produktpaletten mit „Book & Claim“-Zertifikaten für nachhaltiges Palm- und Palmkernöl abzudecken. Mit dem Bezug von massenbilanziertem Öl (anstelle von Palmöl- und Palmkernöl-Zertifikaten) können wir einen effizienteren Beitrag dazu leisten, dass nachhaltiges Öl tatsächlich in unsere Wertschöpfungskette einfließt.
  2. Verbesserung der Rückverfolgbarkeit: Wir bauen Pilotprojekte zur Rückverfolgung des bei uns verwendeten Palm- und Palmkernöls bis zur Plantage auf, um sicherzustellen, dass dieses Öl aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt.
  3. Unterstützung für Plantagen und Kleinbauern: Wir unterstützen gezielt Plantagen und Kleinbauern in den Anbauländern, um die nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern, das Leben der Menschen zu verbessern und dafür zu sorgen, dass ausreichende Mengen nachhaltigen Öls am Markt verfügbar sind. Im Jahr 2013 hat Henkel gemeinsam mit der Entwicklungsorganisation Solidaridad und weiteren Partnern ein dreijähriges Programm in Honduras gestartet, um den Lebensunterhalt von 7.500 Kleinbauern und 5.000 Arbeitern zu verbessern. Diese gezielte Unterstützung für Kleinbauern wollen wir in Zukunft weiter ausbauen.